Archiv des Autors: Wolf

Videos über MS Themen

Lesen ist manchmal mühsam und nicht umsonst ist YouTube so erfolgreich geworden weil man einfach lieber Sieht wie was funktioniert als elendig dicke Handbücher zu wälzen. Im Gesundheitsbereich ist es nicht weniger interessant, lebendige Gespräche und Diskussionen zu verfolgen, natürlich auch bezüglich unserer „Freundin“ MS.

AMSEL geht da vorbildlich voraus und liefert jede Menge Videos zu interessanten Themen rund um die MS. Zu finden unter dem Link www.amsel.de/video/

Viel Spaß beim gucken!
Euer Wolf

Multiple Sklerose – Anzeichen und Symptome

Doktor Weigl´s Video über MS.

Multiple Sklerose, kurz MS, ist die häufigste neurologische Erkrankung bei jüngeren Erwachsenen und verdankt ihren Beinamen der Vielzahl an Symptomen, durch die sich die MS äußern kann. Beeinträchtigungen wie Sehstörungen, Koordinationsschwierigkeiten oder Lähmungen treten häufig schubweise auf und führen zu zunehmenden Behinderungen, die leichte bis starke Einschränkungen im Alltag, aber auch eine vollständige Pflegebedürftigkeit bedeuten können. Wie aber entsteht MS? Ca. 250.000 Deutsche leiden an der degenerativen Erkrankung des ZNS, die zu Schäden und Zerstörung der Nervenfasern führt. Da die genauen Ursachen der MS noch nicht zweifelsfrei bekannt sind, ist auch noch keine Heilung möglich. Medikamentöse Therapien in Verbindung mit psychologischer Unterstützung und Reha-Maßnahmen wie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie können jedoch den Verlauf positiv beeinflussen und zu einem Erhalt der Lebensqualität beitragen.

HIER gehts zum Video!

WAS WIR BISHER ÜBER OMIKRON WISSEN

Am 9. November 2021 wurde Omikron erstmals in einer Probe in Südafrika und Botswana nachgewiesen. Seitdem beobachten Wissenschaftler/innen rund um den Globus die Ausbreitung der Virusmutante mit Sorge. Bereits am 10. Dezember stufte die Weltgesundheitsorganisation WHO das globale Gesamtrisiko als „sehr hoch“ ein. Inzwischen gibt es auch in Österreich mehrere Fälle und mit Blick auf Europa verbreitet sich Omikron aktuell besonders in Großbritannien und Dänemark rasant.

Was also wissen wir bisher über Omikron?
Hier ein ausführlicher Artikel der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

MULTIPLE SKLEROSE UND CORONA

FESTSTELLUNG!
MSinLinz spricht KEINERLEI EMPFEHLUNG aus!

So unterschiedlich die Krankheitsverläufe und persönlichen Wahrnehmungen so sind auch die Entscheidung für oder wider Covil Impfungen eine rein persönliche und in unseren Augen nicht zu diskutieren oder in Frage zu stellen.

Nachfolgende Links zur DMSG Seite dienen rein zur Information:

MULTIPLE SKLEROSE UND CORONA-VIRUS: DIE DMSG AKTUALISIERT IHRE EMPFEHLUNGEN

Freitag 03.12.2021

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MULTIPLE SKLEROSE UND CORONA-SCHUTZIMPFUNG: DMSG-BUNDESVERBAND AKTUALISIERT EMPFEHLUNGEN

Freitag 03.12.2021

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In diesem Beitrag wird erst allgemein aber in Folge über Corona Impfungen gesprochen:

Impfungen und Multiple Sklerose

Alles Gute und bleibt xund! 👍
WOLF

Natalizumab als Spritze

Der Wirkstoff gegen Multiple Sklerose kann bald als Spritze gegeben werden. Das erleichtert vielen Patienten und Ärzten die Therapie.

Rund 15 Jahre lang ist Natalizumab (Handelsname Tysabri) bei Multipler Sklerose bereits zugelassen. Als eher stark wirksames Mittel kann der Wirkstoff auch seltene aber schwerwiegende Nebenwikrungen wie eine PML (Progressive Multifokale Leukenzephalopathie) mit sich bringen. Künftig haben Patienten die Wahl, ob sie Natalizumab weiter als monatliche Infusion oder als monatliche Spritzen erhalten wollen, denn die EMA (European Medicines Agency) hat nun auch Tysabri in Form von subkutaner Injektion zugelassen.

Beides erfordert einen Arztbesuch, jedoch dauert die Gabe von insgesamt 2 Spritzen plus Nachbeobachtungszeit mindestens nach den ersten sechs Malen nicht so lange wie eine Infusion. Außerdem können so künftig auch niedergelassene Ärzte ohne Infusionsmöglichkeit den Wirkstoff verabreichen. Gerade für Patienten auf dem Land spart das zusätzlich Anfahrtszeiten. Definitiv wird der Aufenthalt in der Praxis / dem MS-Zentrum kürzer, was gerade in Pandemiezeiten wertvoll ist.

Ob Spritze oder Infusion: gleiche Dosis Natalizumab

Die Menge an Tysabri bleibt die gleiche, wie der Hersteller Biogen informierte: Infusion wie auch die Spritzen enthalten insgesamt 300mg Tysabri. Ob die Patienten später die Möglichkeit erhalten werden, sich die 2 Injektionen binnen einer halben Stunde selbst zu geben und wann die Spritzen auf dem Markt sein werden, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.

2 Zulassungsstudien führten zu der Zulassung von Tysabri als subkutan zu injizierender Spritze (2 Stück à 150mg alle 4 Wochen). Auf dem Test waren auch eine Verringerung der Dosis und eine Verlängerung des Intervalls auf 12 Wochen. Beide Tests wurden jedoch wegen mangelnder Wirkung abgebrochen. Die Nebenwirkungen unter der nun zugelassenen Dosierung in Spritzenform entsprechen denen der Infusion.

Quellen: EMA, 28.02.2021 (Pdf); Globenewswire, 07.04.2021.

Ponesimod in den USA zugelassen

Ponesimod in den USA zugelassen

Die FDA hat Ponesimod für das isolierte Syndrom und aktive Multiple Sklerose zugelassen. In Europa steht der neue Wirkstoff bei einer EMA-Tagung Ende März auf der Agenda.

Ponesimod ist nun in den Vereinigten Staaten von Amerika bei Multipler Sklerose zugelassen. Genauer darf es eingesetzt werden beim Chronisch Isolierten Syndrom (CIS, einer Art Anfangsverdacht für MS) und bei aktiven Formen der MS (RMS). Darunter fallen schubförmige Verläufe, aber auch aktive sekundär progrediente MS Verläufe (SPMS).

In OPTIMUM, einer Phase-III-Studie, die Ponesimod mit Teriflunomid an über 1000 Patienten verglichen hat, zeigte sich Ponesimod als wirksamer in Bezug auf die jährliche Schubrate und die MRT-Aktivität. Ponesimod gehört zu den selektiven S1P-Moderatoren. Er wird einmal täglich als 20 mg Tablette eingenommen.

S1P-Modulator Nummer 4 gegen MS steht an

Der medizinische Ausschuss der EMA, Committee for medicinal products for human use (CHMP), hat Ponesimod Ende März als Tagesordnungspunkt auf seiner Liste.Das bedeutet, dass Ponesimod auch in Europa voraussichtlich in den nächsten Wochen oder Monaten eine Zulassung erhält.

Ponesimod wäre damit nach Fingolimod, Siponimod und Ozanimod der vierte S1P-Modulator im Einsatz gegen Multiple Sklerose. Alle sind als Kapsel oder Tablette oral einzunehmen. Lediglich bei Fingolimod müssen alle Patienten bei der ersten Einnahme kardial überwacht werden. Die späteren drei S1P-Rezeptor-Modulatoren zeigen aufgrund ihrer Selektivität weniger starke Nebenwirkungen bei der ersten Einnahme. Der Einfluss von Ponesimod auf das Immunsystem soll schnell reversibel sein, was etwa bei anstehenden Impfungen eine Rolle spielen kann.

Hier ein Überblick zu Sphingosin-1- Rezeptor-Modulatoren gegen Multiple Sklerose:

Wirkstoffname (Jahr der Zulassung)NameWirkweiseVerlaufs-
form
Aktivitätkardiale Überwachung
bei Erstgabe
Fingolimod (2011)Gilenyanicht selektivschubförmighochaktiv /
wenn trotz einer verlaufs-modi-fizierenden Therapie noch Krankheits-Schübe auftreten
immer über in
der Regel 6 Stunden
SiponimodMayzentselektivsekundär-progredientaktiv (Schub und/ oder Läsion in den verg. 2 Jahren)nur bei kardialer Vorbelastung, da aufdosiert
OzanimodZeposiaselektivschubförmigauch als Erstlinientherapie möglichnur bei kardialer Vorbelastung, da aufdosiert
Ponesimod (Zulassung steht noch aus)Ponvoryselektivvoraussichtlich schubförmige und aktive sekundär-progrediente Verläufevoraussichtlich auch als Erstlinientherapie möglichvoraussichtlich 
nur bei kardialer Vorbelastung, da aufdosiert

Ursprünglich rechnete man bereits 2020 mit einer Zulassung von Ponesimod in Europa. Nicht zuletzt die aktuelle Corona-Pandemie hat jedoch die Prioritäten in Gesundheitsbehörden verschoben.

Quellen: EMA-CHMP-Tagungsordnung für März 2021, abgerufen am 23.03.2021; ClinicalTrials.org, abgerufen am 23.03.2021; MultipleSclerosisNewsToday, 19.03.2021.

Redaktion: AMSEL e.V., 25.03.2021

Covid-19, Impfen und Multiple Sklerose – eine Sammlung

KOPIE DES AMSEL NEWSLETTERS VOM 29.03.2021

[aktualisiert: 29.03.2021] – Um die Impfung mit Covid-19-Impfstoffen tun sich immer wieder neue Fragen auf. Parallel dazu werden neue Impfstoffe zugelassen oder stehen kurz davor. Anlass, hier eine plattformübergreifende Sammlung unserer Veröffentlichungen anzulegen.

Die AMSEL begleitet die Entwicklung der neuen Impfstoffe seit Herbst 2020. Während anfangs noch die ausführlichen Studiendaten zum ersten mRNA-Impfstoff fehlten, sind diese inzwischen veröffentlicht und weitere Impfstoffkandidaten sind bereits zugelassen oder warten in der Pipeline. Unsere Veröffentlichungen in diversen Formaten (Newstext, MS-Docblogtext, Audio, Expertenchat, Video…) haben wir hier zusammengetragen, um unseren Lesern die Suche zu erleichtern.

Von aktuell bis zurück zum Herbst 2020. Von vielgestellten Fragen bis hin zu den Details. Weitere interaktive Angebote, etwa Webseminare und Expertenchats, sind bereits geplant für diejenigen, die hier keine Antwort auf ihre spezielle Frage finden sollten:

Das Wichtigste und Aktuellste zuerst:

[Stand: März 2021] Formular für Corona-Impfung in Stufe / Prio 3 aufgrund von Multipler Sklerose
ACHTUNG! DIESE HINWEISE ZUM FORMULAR
SIND NUR FÜR DEUTSCHLAND GELTEND!

  • Für MS-Erkrankte ab dem 60. Lebensjahr genügt als Nachweis beim Impfen der Personalausweis.
  • MS-Erkrankte unter 60 Jahre benötigen einen Nachweis über ihre MS und somit die Zuordnung in die 3. (erhöhte) Priorität, um früher geimpft zu werden. Hierzu gibt es ein Corona-Impf-Formular für den zuständigen Arzt (vom Arzt auszufüllen).
  • Die Geschwindigkeit und damit die aktuell zu impfende Stufe unterscheidet sich je nach Region. In Stuttgart ist Ende Februar mit der 2. Stufe begonnen worden.

[Stand: März 2021] Fazit zur Corona-Impfung bei MS; Beitrag auf MS-Docblog.de & Video mit Prof. Mathias Mäurer und Prof. Tino Schwarz zum Thema

  • Docblog-Beitrag: Covid-19-Impfung mit MS, aktueller Stand
  • Video: Webseminar Impfen & MS mit Neurologe und Impfexperte
  • Fazit: Gerade MS-Patienten sollten sich impfen lassen, denn die echte Infektion mit COVID19 birgt bei weitem mehr Risiken als die Impfung.
  • Fazit: Es ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig egal, mit was für einem Impfstoff man geimpft wird – Hauptsache man ist geimpft. 
  • Fazit: Kein Impf-Fatalismus im Hinblick auf die ständige mediale Konfrontation mit Virusmutationen. Die COVID19-Impfstoffe schützen auch gegen die Mutanten, die derzeit in Deutschland eine Rolle spielen.
  • Fazit: Alle COVID19 Impfstoffe sind sicher – auch bei MS.
  • Fazit: Die COVID 19-Impfung ist auch unter sämtlichen zugelassenen MS-Therapien möglich und sinnvoll – und nicht gefährlich. 
  • Fazit: Nutzen sie die Möglichkeit zur Impfung – schon zwei Wochen nach der ersten Impfstoffdosis sinkt das Risiko, schwer an COVID19 zu erkranken, signifikant ab.
  • [Ergänzung der Redaktion]: MS-Erkrankte werden aktuell weiter in Stufe 3 (Autoimmunerkrankungen) geimpft, es sei denn, sie kommen durch ihr Alter oder bestimmte Vorerkrankungen (Bestätigung vom Arzt ist erforderlich) in eine höhere Stufe.Daran hat sich seit Winter 20 nichts geändert. Hier sind die Priorisierungsstufen abrufbar.

[Stand: Februar 2021] Zusammenfassende Videomitschnitte von Prof. Flacheneckers Vortrag auf dem virtuellen Neujahrstreffen der AMSEL

inkl. Erläuterung der Daten aus Italien und Spanien:

[Stand: Januar 2021] Multiple-Sklerose-Wirkstoffe und COVID-19-Impfung:

Hier finden Sie in einer übersichtlichen Tabelle alle gängigen MS-Mittel, ihren möglichen Einfluss auf den Impfwirkstoff und Empehlungen, welche Abstände eventuell einzuhalten sind.

[Stand: Januar 2021] Expertenchat zu COVID-19-Impfung und MS:

Individuelle Fragen und Antworten rund um das Thema.

[Stand: Februar 2021] Eränzung zum Expertenchat vom 19. Januar 2021

Ergänzend zum Expertenchat geht Prof. Mathias Mäurer in diesem Docblogbeitrag auf folgende häufig gestellte Fragen ein:

  • Kann man den Impferfolg messen?
  • Welcher Impfstoff ist der beste für MS-Patienten?
  • Und warum spielt beides zunächst eine untergeordnete Rolle?

[Stand: Februar 2021] Beitrag auf MS-Docblog

[Stand: Januar 2021] Impfung gegen SARS CoV2 – Antworten zu häufigen Fragen aus MS-docblog.de:

1. Ist die schnelle Zulassung des Impfstoffes ein Problem?

Nein, sie ist sicher kein Grund zur Sorge.

  • Behördliche und auch kommerzielle Barrieren (Lohnt sich die Weiterentwicklung?) sind aktuell durch die Pandemie außer Kraft gesetzt. Daher geht es schneller.
  • Unterschiedliche Phasen der klinischen Prüfung werden teilweise parallel durchgeführt.
  • Kommunikation mit den Behörden lief wesentlich dynamischer als in normalen Zeiten – durch ein sog. „rolling review“-Verfahren wurden die Datenpakete umgehend durch die Arzneimittelagentur bewertet, sobald sie verfügbar waren [anstatt bis zum Abschluss abzuwarten].
  • Für die Zulassung des neuen Impfstoffes galten und gelten die gleichen hohen Qualitätskriterien, wie für jedes andere Medikament, das in normalen Zeiten zugelassen werden soll.

2. Angst vor Gentechnik?!
Insulin, Tysabri und Ocrevus sind 3 gute Beispiele für Gentechnik in der Medizin. Kein Grund, diese pauschal abzulehnen.

  • Auch in der Impfstoffentwicklung gibt es schon lange gentechnische Methoden – der neue COVID19-Impfstoff ist keine Besonderheit.
  • Neu ist lediglich die Vakzinierung mittels mRNA (messenger RNA) – die mRNA-Technologie wird jedoch schon seit Jahrzehnten v.a. bei Krebstherapien intensiv beforscht.
  • Die verimpfte mRNA des Covid-19-Impfstoffes enthält den „Bauplan“ eines wesentlichen Virusmerkmals (sog. Spike Protein). Er hat kein Potential, unser Erbgut zu verändern – wie manche Impfgegner behaupten.
  • mRNA ist zudem relativ instabil, wird nach wenigen Stunden vollständig abgebaut – von einer längerfristigen Veränderung unserer Zellen oder gar unseres Erbguts kann daher  keine Rede sein.
  • Die kurze mRNA -Verweilzeit genügt jedoch, um so viel Virusprotein herzustellen, dass unser Immunsystem mit einer Immunantwort reagieren kann, was uns vor einer Infektion mit dem echten Corona-Virus schützt.

3. … und die Nebenwirkungen?
Die Studie, die zur Zulassung des Biontech/Pfizer-Impfstoffes geführt hat, ist mittlerweile publiziert (Polack et al. Safety and Efficacy of the BNT162b2 mRNA Covid-19 Vaccine. DOI: 10.1056/NEJMoa2034577) – diese Informationen sind nicht besorgniserregend.

  • Grundsätzlich ist Impfreaktion ähnlich wie z.B. bei Grippeschutzimpfung möglich (Schmerzen/Schwellung an der Einstichstelle, erhöhte Körpertemperatur, Abgeschlagenheit etc.).
  • Impfreaktion war in der Regel leicht bis moderat und bei älteren Erwachsenen weniger häufig und milder als bei jüngeren Erwachsenen.
  • Die systemische Reaktion (Fieber, Abgeschlagenheit, Unwohlsein) war nach der zweiten Dosis häufiger und schwerer als nach der ersten Dosis, obwohl die Lokalreaktion an der Einstichstelle nach beiden Gaben ähnlich war.
  • Bei ungefähr 4% der Impfstoff-Empfänger wurden schwere Allgemeinsymtome beobachtet – aber alle diese Symptome waren, wie es bei Impfreaktionen üblich ist, vorübergehend, also kein dauerhafter „Impfschaden“.
  • Schwerwiegende Nebenwirkungen traten in der Impfstoffgruppe und der Placebo-Gruppe mit 0,6 % bzw. 0,5 % in etwa gleichhäufig auf.
  • Bei 4 der ca. 18.000 geimpften Probanden wurde ein Zusammenhang mit dem Impfstoff angenommen: eine Schulterverletzung durch die Injektion, eine Lymphknotenschwellung in der Achsel, eine intermittierende Herzrhythmusstörung und eine Gefühlsstörung des rechten Beins.
  • Zwei Impfstoff-Empfänger starben (einer an Arteriosklerose, einer an Herzstillstand), und auch vier Placebo-Empfänger (zwei an unbekannten Ursachen, einer an einer Hirnblutung und einer an einem Myokardinfarkt). Ein Zusammenhang zwischen den Todesfällen und der Verabreichung des Impfstoffes bzw. der Placebo-Injektion war nicht zu sehen.
  • Durchschnittliche Nachbeobachtung war 2 Monate nach der 2. Impfdosis – insgesamt sind zwei Jahre geplant.
  • Richtig ist: Seltene Nebenwirkungen lassen sich erst im weiteren Verlauf mit ausreichender Sicherheit beurteilen. Typische immunologische Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einem Impfstoff treten jedoch innerhalb von 6 Wochen auf (eine Anaphylaxie oder eine immunologische Spätreaktion wie z.B. eine akute Polyneuritis). Sonst ist ein Zusammenhang mit der Impfung äußerst fraglich.
  • Demgegenüber stehen die weit schwereren Auswirkungen von Covid-19 bis hin zu einer Sterberate von 30 % (!) bei über 80jährigen.
  • Die Zulassung zum jetzigen Zeitpunkt ist richtig – ein sinnvolles Nutzen-Risiko-Verhältnis ist gegeben.

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Impfung gegen COVID19 ist für MS-Erkrankte sinnvoll [Januar 2021]

  1. Schübe: Impfung löst keine Schübe aus.
  2. Abstand zu MS-Immunmodulatoren erwünscht, aber nicht Bedingung
  3. Warum MS-Betroffene nicht als erste geimpft werden können: Hochbetagte haben ein hohes Sterberisiko durch COVID19. Darum werden sie zuerst geimpft.

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Fortlaufend ergänzt: Kategorie zu MS und Covid-19 auf amsel.de:

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Winter 2020: Abstände zwischen Impfung und Priorisierung

Zeitlicher Abstand zur MSTherapie bei manchen krankheitsmodifizierenden MS-Wirkstoffen erwünscht, um Impfwirkung nicht zu schmälern. Priorisierung von MS-Betroffenen wegen Schubrisikos? Das Krankheitskompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) setzt sich dafür ein.

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Herbst 2020: Impfen gegen Covid-19 – Audiopodcast

  1. https://www.amsel.de/video/prof-maeurer-ueber-corona-impfstoffe-auch-fuer-menschen-mit-ms/
    1. Prof. Mathias Mäurer erklärt in diesem Audiopodcast, was Impfen allgemein und speziell für Menschen mit Multipler Sklerose bedeutet.
    2. Was passiert kurz gesagt beim Impfen und welche Arten von Impfstoffen gibt es? Wann spricht man von einem Impfschaden, wann von gewöhnlichen Nebenwirkungen?
    3. Was versteht man unter Herdenimmunität?
    4. Ist Impfen bei Multipler Sklerose immer unproblematisch oder gibt es Impfungen, die man mit MS oder einer bestimmten MS-Therapie besser nicht machen sollte?
    5. Gibt es Impfungen, die gerade für Menschen mit MS zu empfehlen sind?
    6. Vor der Zulassung der Impfstoffe: Was erwartet uns? Wie trennt man zwischen Risikopatient und Nicht-Risikopatient?

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Herbst 2020:  Prof. Mäurer über Corona-Impfstoffe – auch für Menschen mit MS – Audiopodcast

Prof. Mathias erklärt in diesem Audiopodcast, wie das Nebenwirkungsrisiko trotz kurzer Testzeiten minimiert wird und was die Corona-Impfstoffe speziell für Menschen mit Multipler Sklerose bedeuten.

  1. Ein Hauptargument gegen Corona-Impfstoffe lautet immer wieder die gegenüber anderen Wirkstoffen verkürzte Testphase. Warum wird kürzer getestet und wie stellt man sicher, dass die Impfstoffe keine bleibenden Schäden hinterlassen?
  2. Neben der verkürzten Studienzeit hört man immer wieder, dass zum Beispiel der sogenannte Oxford-Impfstoff gar nicht wirke und dennoch weiter getestet werde. Was ist da dran?
  3. MS-Patienten sollten möglichst keine Lebendimpfstoffe erhalten. Was ist hier die Gefahr und wie könnte man der begegnen, wenn ein Lebendimpfstoff gegen Corona zugelassen würde?

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Herbst 2020: Allgemeines zu Impfstoffen, Impfen bei MS auf MS-Docblog

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Herbst 2020: Expertenchat mit Prof. Ariel Schoenfeld

Thema: MS-Therapie in Coronazeiten, darin einige Fragen und Antworten zum Thema Covid-19-Impfung bei MS
https://www.amsel.de/beratung/expertenchat/chatprotokolle/ms-therapie-in-coronazeiten-1/

Quelle und Redaktion: AMSEL e.V., 29.03.2021

Covid-19 Impfung über die Haut?

Ein neues Verfahren könnte um ein Vielfaches effizienter und schmerzfrei sein  Christoph Rademacher 

Können wir in Zukunft über die Haut impfen? Christoph Rademacher weiß mehr. Christoph Rademacher forscht an neuen Therapien durch den gezielten Wirkstofftransport an Zellen des Immunsystems.Foto: Privat

Die Lungenerkrankung Covid-19 hat die Welt fest im Griff und bestimmt unseren Alltag – noch dazu tritt heute, Dienstag, ein harter Lockdown in Österreich in Kraft. Mit über 54 Millionen Infizierten weltweit gehört diese Pandemie durch ihre rasante Ausbreitung und die gesundheitlichen wie auch wirtschaftlichen Schäden zu einer der schlimmsten der Geschichte. Diese Trägheit auf neue Erreger reagieren zu können, offenbart die Lücken im System; ein System, in dem Investitionen in die Infektionsforschung als nicht rentabel eingestuft wurden und viele Pharmafirmen ihre Forschungseinheiten geschlossen haben. In diese Historie lässt sich die Impfstoffentwicklung ebenfalls einordnen – auch hier lassen sich neue Medikamente nicht in kurzer Zeit entwickeln.

Schnellere Entwicklung, kostengünstige Skalierung der Produktion und angepasste Zulassungsprozesse– so wie es im Falle von Covid-19 auch gerade geschieht– sind notwendig.

200 Forschungsprojekte, ein Ziel: Den Erreger dem Immunsystem vorab mitteilen

In über 200 Forschungsvorhaben weltweit werden gegenwärtig verschiedene Impfstoffkandidaten untersucht. Dabei gibt es sehr unterschiedliche Ansätze: Abgeschwächte Viren oder genetisch veränderte Erreger finden ihren Einsatz sowie Impfstoffe, die nur definierte Bruchteile des [CR1] Virus verwenden, werden erforscht. Alle folgen dem gleichen Prinzip: dem menschlichen Immunsystem muss der zu erwartende Erreger mitgeteilt werden. Die Geschwindigkeit der Forschung ist erstaunlich – ganz besonders für die Entwicklung von Impfstoffen, die sonst 10-15 Jahre dauern würde, um ausreichende Sicherheit und Wirksamkeit für die Zulassung zu generieren. Von der Grundlagenforschung, den Forschungs- und Entwicklungsabteilungen, den behandelnden Ärzten, den Zulassungsbehörden bis hin zur Politik versuchen alle den Kompromiss zwischen Sicherheit der Anwendung und einem ausreichenden Impfschutz zu finden.

Zugangscode zum Immunsystem macht Impfung über die Haut möglich

Im September dieses Jahres haben mein Team und ich an der Uni Wien und den Max Perutz Labs unsere Forschung begonnen und leisten einen kleinen Beitrag zu diesem Puzzle. Mein Team sucht nach neuen Wegen, Impfstoffe in den Körper zu bringen und sie damit effizienter zu machen. Wir können auf unserem Weg auf sehr viel Wissen über das Immunsystem zurückgreifen, das besonders in den letzten zwanzig Jahren gewonnen wurde. Dies hat uns ermöglicht, eine Technologie zu entwickeln, mit der man gezielt Medikamente zu bestimmten Immunzellen der Haut bringen kann. Bei diesen Immunzellen handelt es sich um die sogenannten Langerhans Zellen, einer kleinen Population von Zellen, die sich in der obersten Hautschicht befindet und dort eindringende Erreger abfängt. Die Langerhans Zellen erkennen diese Eindringlinge unter anderem anhand ihrer Oberfläche, wo eine dichte Schicht aus Zuckern, die jede Zelle wie ein Pelz umgibt, als eine Art Zugangscode fungiert. Wird ein Erreger nun als Feind erkannt, alarmieren die Langerhans Zellen das gesamte Immunsystem und sorgen damit für einen idealerweise langanhaltenden Schutz des Körpers. Wir haben die Erkennung dieser Zuckermoleküle durch die Immunzellen bzw. deren Rezeptoren studiert und mit künstlichen Bausteinen nachgebaut.

Wie der Impfstoff exakt dorthin kommt, wo er wirkt

Mit diesem gefälschten Zugangscode ausgestattet werden Medikamente nur noch genau in diese Langerhans Zellen gebracht. Andere Zellen sind dann nicht mehr eingebunden. Damit geht auch wesentlich weniger Impfstoff an Zellen verloren, die damit gar nicht arbeiten können. Mit dieser gezielten Auslieferung machen wir uns die natürliche Funktion der Langerhans Zellen zu Nutze und liefern ihnen zum Beispiel Teile eines Virus, gegen die dann das Immunsystem scharf gemacht werden könnte. Konkret informieren wir das Immunsystem darüber, wie die Andockstellen eines Virus aussehen. Der Körper produziert dann Antikörper, die diese Andockstellen blockieren, so dass sich das Virus nicht mehr ausbreiten kann. Ausgestattet mit diesem Vorwissen hätte es ein Erreger also schwerer in den Körper einzudringen. Das Produkt bestehend aus unserem Zugangscode und dem Baustein des Virus wäre dann ein Impfstoff.

Neue Methode ist effizienter – mehr Menschen könnten geimpft werden

Neben dieser gezielten Auslieferung des Impfstoffs an genau die Immunzellen in der Haut, die eine antivirale Antwort natürlich koordinieren, sehen wir aber noch weitere Vorteile unserer Technik. Auch die Wege, die ein Impfstoff in der einzelnen Zelle zurücklegt, um dort richtig verdaut und damit richtig an andere Zellen des Immunsystems präsentiert zu werden, spielt eine entscheidende Rolle. Die von uns angesteuerte Andockstelle, ein Rezeptor, der Zucker der Erreger erkennt, ist genau für die Beschleunigung gemacht. Hier weisen unsere Ergebnisse bisher darauf hin, dass eine deutliche Effizienzsteigerung erreicht werden kann. Das heißt, mit der gleichen Menge Impfstoff könnten mehr Menschen geimpft werden.

Impfen über ein Pflaster – ohne Nadeln

Schließlich bietet auch die Lage der Langerhans Zellen in der obersten Hautschicht einen Vorteil: Die Zellen sind leicht zu erreichen. So könnte in Zukunft ein Pflaster für wenige Stunden auf die Haut aufgebracht für eine Immunisierung ausreichend sein. Wir wissen, dass wir damit sehr viel erreichen können und arbeiten daher mit Hochdruck an der Umsetzung dieser Vision.

Kommt dieser Ansatz nicht zu spät?

Viele Firmen sind bereits in der klinischen Phase III der Impfstoffentwicklung – Biontech und Pfizer arbeiten gar schon an der Zulassung. Kommen wir damit nicht zu spät? Ja. Das hoffen wir sogar. Denn das bedeute, dass jemand anderes früh eine Lösung gefunden hat. Und nein: Unser Verfahren ist mit vielen der gängigen Impfstoffansätze kompatibel. Eine Effizienzsteigerung könnte auch durch späteres Hinzufügen unserer Technologie in bereits bestehende Impfstoffe erreicht werden.
(Quelle: Standard Beitrag: Christoph Rademacher, 17.11.2020)